Jurtenleben

Mongolei – Ulan Bator
7. – 10. Mai 2016
48 Grad nördliche Breite

Ein Breitensprung von 22 auf 48 Grad bringt auch einen Temperatursprung mit sich. Es ist sonnig und frisch für Tropenreisende in Ulan Bator.

Im treffen wir Gleichgesinnte und planen die nächsten 10 Tage.

Und dann sind wir zu Dritt.

Juhu, Simone ist eingetroffen.

Wir ziehen zu Begzsuran, einem mongolischen Gastgeber aus der Couchsurfergemeinde, der mit seiner Familie in einer Jurte in einem Vorort von Ulan Bator lebt. Sehr gastfreundliche, offene Menschen. Ein kulturelles Highlight.

Alles ist sehr einfach in der Jurte.

Ein Ofen in der Mitte zum Kochen und im Winter zum Wärmen. Ein Miniaturtisch, vier Hocker und ein Sofa. Die Kinder schlafen auf dem Sofa, die Erwachsenen auf dem Boden. Die Jurte ist ein multifunktionaler Raum. Es wird gekocht, gegessen, gespielt, geschlafen und ein Notebook ist auch vorhanden. Umbauen ist immer wieder angesagt.

Wasser ist auch ein Thema. Es wird von der Wasserverteilstelle mit einem Karren geholt. Dann stehen zwei Fässer in der Jurte, von denen man schöpfen kann. Auch der Wasserbehählter der Spüle wird daraus versorgt. Unter der Spüle fängt ein Eimer das Wasser auf, der dann draußen ausgeleert werden muss.

Wir kaufen ein und alle kochen gemeinsam.

Zum Glück viel vegetarisch, was bei Mongolen eher selten ist. Die Reihenfolge der Essensausgabe ist für die Mongolen wichtig. Der Vater bekommt zuerst. Es schmeckt prima. Als Zeichen, das man nichts mehr nach möchte, leckt man den Teller mit der Zunge aus.

Die Familie besitzt 11 Kühe, die morgens nach dem Melken aus der Stadt in die umliegende Gegend getrieben werden.

Abends muss Begzsuran sie suchen. Wir sind mal mitgelaufen, es ist gar nicht so einfach und kann sehr weit sein.

Es sind die letzten Tage mit seinen Kühen, denn er muss sie abgeben. Eine Haltung wurde von der Regierung in der stadtnahen Region verboten. Das wird eine große Veränderung mit sich bringen, aber er ist trotzdem sehr zufrieden und positiv. Das war auch das, was besonders beeindruckt hat: die Zufriedenheit und der Frohsinn bei diesem, für unser Empfinden, sehr bescheidenem Leben.

Als Abschied gibt es am letzten Morgen einen Schafskopf zum Frühstück. Etwas speziell Mongolisches.

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